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Raumplanung ist eine interdisziplinäre Querschnittsaufgabe, die sich insbesondere mit der räumlichen Entwicklung von Siedlung, Landschaft und Verkehr befasst. Der Kurs vermittelt die wichtigsten Instrumente der Raumplanung und ordnet sie in den Kontext zukünftiger technischer und gesellschaftlicher Entwicklungen ein. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Wechselwirkungen zwischen Verkehrs- und Raumentwicklung sowie deren räumliche, ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen.

In der Schweiz wird seit den 1960er-Jahren durchschnittlich jede Sekunde rund ein Quadratmeter Boden überbaut. Dies entspricht innerhalb eines Jahres ungefähr der Fläche des Kantons Basel-Stadt. Allein in den vergangenen 30 Jahren wurde eine Fläche in der Grössenordnung des Kantons Thurgau neu überbaut.

Die Ursachen dieser starken Siedlungsentwicklung sind vielfältig. Dazu zählen insbesondere das Bevölkerungswachstum, steigende Ansprüche an die Wohnfläche, ein gut ausgebautes Infrastrukturnetz sowie der zunehmende Wohlstand. Gleichzeitig verfügt die Schweiz weiterhin über zahlreiche attraktive und teilweise aussergewöhnliche Landschafts- und Kulturräume. Die Vielzahl inventarisierter Landschaften und Kulturobjekte verdeutlicht deren hohen Schutzwert und macht deutlich, dass diese Qualitäten bei der zukünftigen Raumentwicklung angemessen berücksichtigt werden müssen.

Seit 1980 verfügt die Schweiz über ein Raumplanungsgesetz auf Bundesebene. Bei dessen Umsetzung, insbesondere durch Kantone und Gemeinden, treten jedoch immer wieder Ziel- und Interessenkonflikte auf, da zahlreiche und teilweise widersprüchliche Nutzungsansprüche auf die begrenzte Ressource Boden treffen. Eine der bedeutendsten Errungenschaften der Raumplanung seit den 1980er-Jahren ist die klare Trennung zwischen Bau- und Nichtbauzonen. Dieses grundlegende Prinzip hat sich sowohl in der Planungspraxis als auch im öffentlichen Bewusstsein weitgehend etabliert. Angesichts des zunehmenden Nutzungsdrucks auf den Boden gewinnt eine konsequente und koordinierte Raumplanung weiter an Bedeutung.

Im Jahr 2014 trat das revidierte Bundesgesetz über die Raumplanung in Kraft. Es verfolgt insbesondere das Ziel, mit der begrenzten Ressource Boden haushälterischer umzugehen, die Zersiedelung einzudämmen und die Siedlungsentwicklung verstärkt nach innen zu lenken.

Der Kurs vermittelt einen kompakten Überblick über die zentralen Herausforderungen der Raumplanung, erläutert deren institutionelles und politisches Umfeld und stellt die wichtigsten Planungsinstrumente vor. Dabei wird Raumplanung nicht isoliert betrachtet, sondern in ihrer engen Verflechtung mit anderen Politik- und Fachbereichen. Dazu gehören insbesondere die Finanz-, Energie-, Umwelt-, Wirtschafts- und Verkehrspolitik sowie die Verkehrsplanung. Diese Wechselwirkungen sind wesentlich, um räumliche Entwicklungen zu verstehen, Nutzungskonflikte einzuordnen und nachhaltige planerische Lösungen zu entwickeln.

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