Abschnittsübersicht

  • Wie digitale Technologien, KI und gesellschaftliche Entwicklungen Kommunikation und Spracharbeit verändern.
        • Ausgangslage

          Die Vorbereitung einer internationalen Studie zu affektiven Reaktionen auf KI in sprachlicher Arbeit ist komplex: Es fehlen koordinierte transnationale Strukturen, ein systematischer Überblick zur Forschung sowie standardisierte, mehrsprachige Erhebungsinstrumente für vergleichbare Datenerhebung.
           

          Lösungsansatz

          In diesem Projekt wurden Forschungsinfrastrukturen aufgebaut, Literatur systematisch erschlossen und Feldforschung vorbereitet. Zudem entstanden kollaborativ mehrsprachige Instrumente wie Interviewleitfäden, Beobachtungsprotokolle und Einverständniserklärungen sowie eine annotierte Bibliografie.

          Resultat

          Das Projekt schuf tragfähige Grundlagen für die internationale Pilotstudie. Standardisierte Instrumente, koordinierte Strukturen und aufbereitete Literatur ermöglichten fundierte, vergleichbare Analysen zu affektiven Reaktionen auf KI in sprachlicher Arbeit.

          Frühlingssemester 2024

        • Ausgangslage

          Rechtsextreme Akteur:innen nutzen soziale Medien zunehmend strategisch, um ideologische Inhalte zu verbreiten. Generative KI erleichtert die Produktion scheinbar harmloser, emotionaler Inhalte und senkt Zugangshürden für Propaganda. Gleichzeitig verschwimmen Grenzen zwischen Lifestyle‑Content, religiösem Influencing und politischem Extremismus, was Erkennung und Regulierung erschwert.
           

          Lösungsansatz

          Das Projekt analysiert Fallbeispiele aus Rechtsextremismus, Manosphere, Tradwife‑Milieus und Christfluencer‑Kulturen. Es untersucht, wie KI‑Tools, visuelle Ästhetiken und narrative Frames eingesetzt werden, um Radikalisierung zu normalisieren, Plattform‑Moderation zu umgehen und neue Zielgruppen anzusprechen – insbesondere über gender‑ und identitätsbezogene Diskurse.

          Resultat

          Die Analyse zeigt, dass KI zentrale Infrastrukturen extremistischer Online‑Kommunikation stärkt. Traditionelle Rollenbilder, religiöse Narrative und scheinbar unpolitische Lifestyle‑Formate fungieren als Einstiegsportale für Radikalisierung. Das Projekt macht sichtbar, wie Sprach‑ und Bildstrategien gezielt eingesetzt werden und liefert wichtige Impulse für Prävention und Medienkompetenz.
           
          Frühlingssemester 2025
        • Ausgangslage

          Der Chatbot «Clara» der Helvetia dient als zentrale Selfservice‑Anlaufstelle, weist jedoch funktionale, inhaltliche und ethische Schwächen auf. Einschränkungen bei Barrierefreiheit, Antwortgenauigkeit, Datennutzung, Transparenz und AI‑Literacy beeinträchtigen Nutzer:innenzufriedenheit sowie effiziente Kundeninteraktion.
           

          Lösungsansatz

          Das Projekt analysiert «Clara» systematisch anhand von KI‑Entwicklung, AI‑Guidelines, Nutzerführung, Ethik und Recht. Darauf aufbauend werden konkrete Optimierungsmassnahmen entwickelt, darunter verbesserte Datenanbindung, barrierefreie Funktionen, klarere Nutzerinformationen sowie Empfehlungen zur ethisch‑transparenten KI‑Nutzung.

          Resultat

          Das Ergebnis ist ein fundiertes Optimierungsgutachten mit praxisnahen Handlungsempfehlungen. Es dient der Weiterentwicklung des Chatbots zu einem benutzerfreundlichen, inklusiven und rechtlich abgesicherten System, steigert die Servicequalität und unterstützt die Helvetia bei einer verantwortungsvollen und effizienten KI‑Integration.
           
          Herbststemester 2025
        • Ausgangslage

          Automatisierte Recruiting-Systeme analysieren Bewerbungen zunehmend anhand definierter Kriterien und Matching-Verfahren. Dabei ist oft unklar, welche sprachlichen und formalen Merkmale den Auswahlprozess beeinflussen und welche potenziellen Verzerrungen daraus entstehen können.
           

          Lösungsansatz

          In diesem Projekt wurde ein Python-Tool entwickelt, das die Vorauswahl durch ATS-Systeme simuliert. Bewerbungen und Stellenanzeigen werden anhand von Fachkompetenzen, Soft Skills, sprachlicher Qualität, Struktur und Formalia analysiert und verglichen.

          Resultat

          Entstanden ist ein funktionsfähiger Prototyp, der Bewerbungen automatisiert analysiert, bewertet und rankt. Die Ergebnisse zeigen den Einfluss von Keywords, fachlicher Passung und Struktur auf die Bewertung und bilden die Grundlage für eine künftige Erweiterung mit LLM-basierten Verfahren.
           
          Frühlingssemester 2026
        •   

          Ausgangslage

          Der Studiengang Linguistic Diversity Management ist auf Social Media präsent, jedoch ohne sichtbaren Einsatz von KI. Gleichzeitig besteht Bedarf an einem anschaulichen, zeitgemässen Format, das Studieninhalte, Werte und Vielfalt authentisch vermittelt, ohne in stereotype oder kulturell unsensible Darstellungen zu verfallen.
           

          Lösungsansatz

          Das Projekt prüfte ausgewählte KI‑Tools auf ihre Eignung zur Erstellung eines kurzen LDM‑Intro‑Videos. Methodisch kombiniert wurden Social‑Media‑Analyse, Studierendenumfrage, Literaturreview zu Darstellung von Vielfalt sowie eine praxisnahe Evaluation von Canva für Bilder, Texte und Videoideen.

          Resultat

          Die Ergebnisse zeigen: KI kann das Studiengangsmarketing sinnvoll unterstützen, wenn sie bewusst und kritisch eingesetzt wird. Entscheidend sind klare Prompts, Sensibilität gegenüber Vielfalt und menschliche Nachbearbeitung. So entsteht ein inklusives, attraktives Intro‑Format, das Interesse weckt und den LDM‑Studiengang authentisch repräsentiert.
           
          Herbstsemester 2024
        • Ausgangslage

          Nach der Einführung von Microsoft Teams bei der Alliance SwissPass zeigte sich eine unterschiedliche Nutzung des Tools. Während einige Mitarbeitende KI bereits erfolgreich in ihren Arbeitsalltag integriert haben, befinden sich andere noch in der Orientierungs- und Lernphase. Unterschiedliche Vorkenntnisse, Erwartungen und Erfahrungen machen deutlich, wie wichtig begleitende Lern- und Austauschformate für eine nachhaltige Nutzung sind.
           

          Lösungsansatz

          Entwickelt wurde ein Konzept zur Weiterentwicklung der internen AI‑Community als partizipatives Lern‑ und Austauschgefäss. Geplant sind individuelle Coachings, Weekly Challenges, eine Prompt‑Library, der Teams‑Kanal als Informationshub sowie die bewusste, konstruktive Thematisierung von KI‑Frustration – freiwillig, niederschwellig und praxisnah.

          Resultat

          Das Projekt liefert ein umsetzbares Change‑ und Kommunikationskonzept für den KI‑Einsatz in einem Schweizer Unternehmen. Es zeigt, wie Linguistic Diversity Management zur Akzeptanz von KI beiträgt, indem unterschiedliche Haltungen berücksichtigt, Lernräume geschaffen und Communities of Practice als nachhaltige Wissensressource etabliert werden.
           
          Praxispartner
           
          Herbstsemester 2025
        • Ausgangslage

          Auf Social Media gewinnen Ideologien wie "Tradwives", "Crunchy Moms" und religiöse Influencer:innen zunehmend an Sichtbarkeit und verknüpfen Alltagsinhalte mit rechtsextremen Narrativen. Diese oft unterschwelligen Online‑Phänomene sind wenig bekannt, erschweren Einordnung und bergen das Risiko schleichender Radikalisierung.
           

          Lösungsansatz

          Das Projekt recherchiert diese Online‑Subkulturen plattformübergreifend – von Social Media über journalistische Beiträge bis hin zu wissenschaftlicher Literatur. Die Erkenntnisse werden verständlich aufbereitet und für eine Podcastreihe sowie begleitende Informationsmaterialien strukturiert, um komplexe Inhalte niedrigschwellig zugänglich zu machen.

          Resultat

          Entstanden sind eine übersichtliche Infografik zu verschiedenen rechtsextremen Online‑Subgruppierungen sowie thematische Infosheets für Podcastfolgen. Die Materialien unterstützen Hörer:innen dabei, problematische Narrative zu erkennen, kritisch einzuordnen und aktuelle Online‑Diskurse bewusster und informierter zu verfolgen.
           
          Frühlingssemester 2025
        • Ausgangslage

          In einer Masterarbeit wurde untersucht, wie Medien und Angehörige der Generation Z in vier europäischen Ländern über Sicherheit, Verteidigung und Verteidigungsunternehmen sprechen. Die umfangreichen Ergebnisse der Diskursanalyse und Interviews waren wissenschaftlich fundiert, jedoch für den Arbeitsalltag und schnelle Vergleiche nur begrenzt zugänglich.

          Lösungsansatz

          Entwickelt wurde eine interaktive App mit Python und Streamlit, welche zentrale Ergebnisse der Analyse visuell aufbereitet und länderübergreifend vergleichbar macht. Gleichzeitig diente das Projekt als Experiment, um die Möglichkeiten und Grenzen von Vibe Coding bei der Entwicklung nutzerfreundlicher Forschungsanwendungen zu erproben.

          Resultate

          Entstanden ist ein funktionsfähiger App-Prototyp, der komplexe Forschungsergebnisse übersichtlich visualisiert und für unterschiedliche Zielgruppen leichter nutzbar macht. Das Projekt zeigt, wie digitale Werkzeuge linguistische Forschung verständlicher vermitteln und Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis unterstützen können.

          Frühlingssemester 2026

        • Ausgangslage

          Digitale Plattformen strukturieren zunehmend, welche Informationen sichtbar sind und wie gesellschaftliche Debatten verlaufen. Algorithmen beeinflussen Meinungsbildung, verstärken Polarisierung und fragmentieren öffentliche Diskurse. Diese Mechanismen bleiben jedoch oft unsichtbar, obwohl sie demokratische Prozesse, Wahrnehmung und gesellschaftlichen Zusammenhalt nachhaltig prägen.
           

          Lösungsansatz

          Das Projekt analysiert digitale Diskurse aus soziologischer Perspektive anhand der Theorien von Nassehi und Luhmann. Mithilfe von Alltagsbeispielen und einer datenbasierten Analyse zu Klimadiskursen in der Schweiz wird aufgezeigt, wie Algorithmen Kommunikation beobachten, ordnen und automatisiert steuern.

          Resultat

          Das Projekt macht sichtbar, dass digitale Öffentlichkeiten nicht neutral sind, sondern technisch geprägt werden. Es sensibilisiert für algorithmische Macht, Filterblasen und Emotionalisierung und zeigt auf, warum digitale Bildung, Transparenz und gesellschaftliche Mitgestaltung zentral sind, um demokratische und inklusive Kommunikationsräume zu erhalten.
           
          Frühlingssemester 2025