Schema della sezione

  • Wie sprachliche und kulturelle Vielfalt zu Zugehörigkeit, Chancengerechtigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe beiträgt.

        • Ausgangslage

          First‑Generation‑Studierende bilden an der ZHAW eine grosse Gruppe, sind jedoch mit strukturellen, sozioemotionalen, berufsbezogenen und finanziellen Hürden konfrontiert. Fehlende akademische Orientierung im Elternhaus, geringe Sichtbarkeit von Unterstützungsangeboten und departementsspezifische Unterschiede führen zu Unsicherheiten, Mehrbelastung und erschwertem Studien‑ und Berufserfolg.
           

          Lösungsansatz

          Auf Basis einer qualitativen Bedarfsanalyse wurden evidenzbasierte Massnahmen entwickelt: gezielte Einführungsformate für First‑Gen‑Studierende, Peer‑Mentoring, zentrale Informationsplattformen, Sensibilisierung von Dozierenden, sozioemotionale Unterstützungsräume, Karriere‑Coaching sowie transparente Informationen zu Studienfinanzierung. Alle Massnahmen zielen auf strukturelle Entlastung statt individuelle Defizitannahmen.

          Resultat

          Die Arbeit liefert ein praxisnahes Massnahmenkonzept zur Förderung von Chancengerechtigkeit an der ZHAW. Sie zeigt konkrete Hebel zur Stärkung von Orientierung, Zugehörigkeit, beruflicher Perspektive und finanzieller Sicherheit. Das Konzept ist departementsübergreifend anschlussfähig und bietet eine fundierte Grundlage für hochschulstrategische Weiterentwicklung.
           
          Frühlingssemester 2025
        • Ausgangslage

          Viele Menschen in der Schweiz haben wenig direkten Kontakt zu jungen Geflüchteten. Gleichzeitig prägen öffentliche Debatten und Vorurteile häufig das Bild dieser Gruppe. Es fehlte ein Ansatz, der persönliche Geschichten sichtbar macht und den Dialog fördert.
           

          Lösungsansatz

          Gemeinsam mit jugendlichen Migranten wurde die Konzeption eines Jugendromans entwickelt, der Erfahrungen des Ankommens in der Schweiz thematisiert. Ergänzend wurden Unterrichtseinheiten für den Allgemeinbildenden Unterricht (ABU) geplant, um Reflexion und Austausch zu fördern.

          Resultat

          Für die Umsetzung des Buchprojekts wurden eine Projektplanung, ein Konzept für Unterrichtsmaterialien, eine Webseite sowie ein Book-Launch-Event entwickelt. Zudem konnten Kooperationspartner gewonnen und ein Förderantrag bei der Eidgenössischen Migrationskommission eingereicht werden.
           
          Frühlingssemester 2026
        • Ausgangslage

          Die Debatte um gendergerechte Sprache spaltet Politik, Schule und Gesellschaft in der Schweiz. Unterschiedliche Sprachleitfäden staatlicher Stellen stehen teils im Widerspruch. Besonders im schulischen Kontext stellt sich die Frage, wie Sprache inklusiv sein kann, ohne ideologisch zu wirken oder rechtliche, didaktische und gesellschaftliche Grenzen zu überschreiten.
           

          Lösungsansatz

          Die Arbeit vergleicht zwei zentrale Schweizer Sprachleitfäden (Bundeskanzlei und Fachstelle Gleichstellung) und analysiert deren Positionen zu Genderzeichen, Paarformen und neutralen Begriffen. Eingebettet in den Lehrplan 21 wird untersucht, wie Sprachenbewusstheit, Reflexion und Kontextsensitivität einen differenzierten Umgang mit gendergerechter Sprache ermöglichen.

          Resultat

          Die Analyse zeigt: Ein einheitlicher, verbindlicher Leitfaden ist derzeit kaum realisierbar. Stattdessen braucht es flexible, situationsbezogene Sprachstrategien und erhöhte Sprachenbewusstheit. Gendergerechte Sprache wirkt gesellschaftlich sichtbar, bleibt jedoch konflikthaft – besonders in Bildungskontexten, in denen Wertebildung, Inklusion und sprachliche Normen aufeinandertreffen.
           
          Frühlingssemester 2024
        • Ausgangslage

          Sprache und kulturelle Unterschiede erschweren oft Begegnung, Teilhabe und Integration – besonders für geflüchtete Jugendliche. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welches Potenzial Sportarten wie Taekwondo besitzen, um Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt jenseits sprachlicher Barrieren erfahrbar zu machen und sozialen Zusammenhalt zu fördern.
           

          Lösungsansatz

          Das Projekt verbindet qualitative Interviews zu Sprach‑ und Kulturpraktiken im Taekwondo mit einem praxisnahen Trainingsangebot. Ein gemeinsamer Taekwondo‑Kurs für geflüchtete und Schweizer Jugendliche schafft einen Begegnungsraum, in dem Kommunikation, Regeln und Werte überwiegend non‑verbal, durch Bewegung und Nachahmung vermittelt werden.

          Resultat

          Die Ergebnisse zeigen, dass Taekwondo auch ohne gemeinsame Sprache verbindet. Werte, Disziplin und Zusammenarbeit werden durch gemeinsames Training erlernt. Das Projekt belegt das hohe integrative Potenzial von Sport als Ort der Begegnung, stärkt Selbstvertrauen und fördert interkulturellen Austausch auf Augenhöhe.
           
          Frühlingssemester 2025
        • Ausgangslage

          Sportangebote leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration von Geflüchteten. Da viele Kurse von freiwillig Engagierten geleitet werden, fehlt jedoch häufig spezifisches Wissen für die Arbeit mit Menschen, die Flucht- und Migrationserfahrungen mitbringen.

          Lösungsansatz

          Durch Hospitationen, Selbstbeobachtungen und ein Experteninterview wurden zentrale Anforderungen an den Kampfsportunterricht im Migrationsbereich identifiziert. Darauf aufbauend entstand ein Leitfaden zu Rahmenbedingungen, pädagogischen Handlungsansätzen und Strategien zur Konfliktprävention.

          Resultat

          Der Leitfaden zeigt, dass der Erfolg von Kampfkunst- und Kampfsportangeboten weniger von der Sportart als von ihrer pädagogischen Gestaltung abhängt. Inklusive, partizipative und ressourcenorientierte Ansätze fördern Begegnung, Lernen und gesellschaftliche Teilhabe.
           
          Frühlingssemester 2026
        • Ausgangslage

          In der Schweiz wachsen viele Kinder mehrsprachig auf, doch ihre Sprachen bleiben im Unterricht oft unsichtbar. Das Bildungssystem nutzt sprachliche Vielfalt noch zu wenig als Ressource. Dadurch entstehen Ausgrenzung, ungleiche Bildungschancen und das Gefühl, mit der eigenen Identität im Schulalltag nicht gehört zu werden.
           

          Lösungsansatz

          Das Projekt nutzt eine persönliche, forschende Perspektive und verbindet Bildungstheorie mit gelebter Erfahrung. Mithilfe einer kritischen autoethnographischen Analyse wird untersucht, wie Sprache, Macht und Identität im Schulkontext zusammenwirken. Ein Podcast dient dabei als niedrigschwelliges Medium, um diese Erfahrungen sichtbar und hörbar zu machen.

          Resultat

          Entstanden ist der 30‑minütige wissenschaftliche Podcast „Reclaiming Voice“. Er macht mehrsprachige, oft überhörte Perspektiven im Bildungswesen öffentlich zugänglich, regt zur Reflexion an und sensibilisiert Lehrpersonen, Studierende und Interessierte für sprachliche Vielfalt, Inklusion und mehr Bildungsgerechtigkeit.
           
          Frühlingssemester 2025
        • Ausgangslage

          Die zunehmende sprachliche Vielfalt in der Stadt Zürich verändert Identitäts‑ und Zugehörigkeitsprozesse. Mehrsprachigkeit wird jedoch häufig reduziert, defizitär bewertet oder unsichtbar gemacht. Es fehlte ein partizipativer, niedrigschwelliger Ansatz, der Mehrsprachigkeit als identitätsstiftende Ressource erfahrbar macht und interkulturelle Verständigung im Alltag fördert.
           

          Lösungsansatz

          Entwickelt wurde ein dreistündiges Workshop‑Konzept für migrantische Frauengruppen in Zürich. Aufbauend auf Ansätzen zu Sprache und Identität, Mehrsprachigkeit und UNESCO Story Circles kombiniert es biografische Methoden, Storytelling und kreative Sprachbiografie‑Arbeit, um Reflexion, Empathie und Austausch über sprachlich‑kulturelle Erfahrungen zu ermöglichen.

          Resultat

          Der Workshop macht Mehrsprachigkeit sichtbar, stärkt Selbstbewusstsein und Zugehörigkeitsgefühl der Teilnehmenden und fördert interkulturelles Verständnis. Er zeigt Sprache als dynamischen Bestandteil von Identität und soziale Ressource. Das Konzept ist flexibel übertragbar auf Bildungs‑, Integrations‑ und Community‑Kontexte in mehrsprachigen Städten wie Zürich.
           
          Frühlingssemester 2025
        • Ausgangslage

          Behördenkommunikation ist zentral für Integration, wird von Zugewanderten jedoch oft als beängstigend erlebt. Sprachliche Barrieren, institutionelle Machtgefälle und kulturell geprägte Kommunikationsnormen erzeugen Unsicherheit – selbst bei hoher Sprachkompetenz. Emotionale Dimensionen bleiben in Verwaltungspraxis und Forschung häufig unbeachtet, insbesondere im Vergleich Schweiz–Deutschland.
           

          Lösungsansatz

          Die Studie untersucht mittels qualitativer Leitfadeninterviews Erfahrungen von Zugewanderten in der Schweiz und Deutschland. Deduktive Themenanalyse und induktive Gesprächsanalyse machen sichtbar, wie Angst sprachlich konstruiert wird. Ziel ist es, kommunikative Muster, Machtasymmetrien und Bewältigungsstrategien zu identifizieren und daraus praxisnahe Empfehlungen abzuleiten.

          Resultat

          Die Ergebnisse zeigen: Angst ist ein zentrales, kommunikativ wirksames Element in Behördengesprächen. Amtsdeutsch, implizite Normen und fehlende Dialogräume verstärken Unsicherheit. Transparente Abläufe, sprachliche Vereinfachung und empathische Gesprächsführung reduzieren Angst spürbar. Die Arbeit liefert konkrete Ansatzpunkte für interkulturell sensible, vertrauensbildende Behördenkommunikation.
           
          Herbstsemester 2025