Phase 2 Recherche
| Website: | Moodle Lernplattform der ZHAW |
| Kurs: | Schritt für Schritt zur BM Arbeit |
| Buch: | Phase 2 Recherche |
| Gedruckt von: | Gast |
| Datum: | Montag, 6. April 2026, 02:13 |
Beschreibung
Recherche & Quellen verstehen
In diesem Abschnitt lernst du, wie du gezielt nach Informationen suchst, passende Quellen findest und sie kritisch beurteilst. Du kombinierst klassische Recherche (z. B. Kataloge, Suchmaschinen, Fachportale) mit KI-gestützten Recherche-Tools wie Elicit oder Consensus.
Was dich in diesem Abschnitt erwartet
- Suchbegriffe entwickeln – Stichwörter & englische Begriffe
- Wo kann man suchen? – Kataloge, Google Scholar, Fachportale
- KI-Recherche-Tools – z. B. Elicit, Consensus, Perplexity
- Quellen bewerten – Aktualität, Qualität, Bias
- Quellen dokumentieren – für Nachvollziehbarkeit & Zitieren
- aus deinem Thema Suchbegriffe (Deutsch & Englisch) ableiten
- erste Treffer in Katalogen, Google Scholar & KI-Recherche-Tools testen
- entscheiden, welche Quellen brauchbar sind und welche nicht
- Quellen und KI-Nutzung im Prompting Journal festhalten
- du weisst, wo du gute Quellen findest
- du kannst seriöse von weniger seriösen Quellen unterscheiden
- du hast eine erste kleine Literatursammlung zu deinem Thema
1. Einstieg: Wie starte ich meine Recherche?
In dieser Phase lernst du, wie du für deine BM-Arbeit oder Maturaarbeit gezielt Informationen findest, prüfst und nutzt. Du kombinierst dabei klassische Recherche (Bibliothek, Kataloge, Google Scholar, Fachportale) mit KI-gestützten Recherche-Tools wie Research Rabbit, Elicit oder Consensus.
Ziel ist, dass du:
- weißt, wo du gute und passende Quellen findest,
- den Unterschied zwischen seriösen und weniger seriösen Quellen erkennst,
- KI nicht als „Abkürzung“, sondern als Unterstützung nutzt,
- deine Recherchewege nachvollziehbar dokumentierst.
Was dich in Phase 2 erwartet
- Grundlagen der Recherche: Wo kann ich überhaupt suchen?
- Quellenarten verstehen: Bücher, Artikel, Websites, Studien, Videos, KI-Ausgaben …
- Suchstrategien entwickeln (mit und ohne KI)
- Quellen prüfen & bewerten (z. B. Aktualität, Qualität, Bias)
- Quellen festhalten & zitieren (inkl. Transparenz beim KI-Einsatz)
Neben KI-Tools solltest du unbedingt auch die klassische Literaturrecherche nutzen. Sie liefert dir geprüfte, zitierbare und hochwertige Quellen. Besonders wichtig für BM- und Maturaarbeiten sind:
- Swisscovery – schweizweiter Bibliothekskatalog mit Millionen Büchern, Artikeln und E-Books.
- ZHAW Bibliothekskatalog – ideal für Einstiegswerke, Grundlagenliteratur und Fachtexte.
- Fachportale / Datenbanken – je nach Thema (z. B. Psychologie, Technik, Gesundheit, Wirtschaft).
- Google Scholar – guter Überblick über wissenschaftliche Artikel (aber Qualität immer kritisch prüfen).
👉 Wenn du deine Quellen später einfacher verwalten möchtest, findest du im Zotero-Kapitel dieses Buches weitere Informationen und Anleitungsvideos der Hochschulbibliothek.
Dieses Kapitel wurde in Zusammenarbeit mit der ZHAW Hochschulbibliothek entwickelt. Die Bibliothek stellt speziell für BM- und Maturaarbeiten:
- Tutorial-Videos (CC BY 4.0)
- Anleitungen zur Nutzung von Swisscovery
- Materialien aus dem BM-Rechercheprojekt
- Tipps zu Suchstrategien und Quellenbewertung
🧠 KI-Tools in der Recherche – was du wofür nutzen kannst
Bei der Recherche ist es wichtig, zwischen echten Recherche-Tools und klassischen KI-Chatbots zu unterscheiden.
🔵 1) KI-Tools für echte Recherche (mit Quellen)
Diese Tools greifen auf wissenschaftliche Datenbanken oder echte Webseiten zu und können dir bei der Suche nach Literatur helfen.
- Perplexity – KI-Suchmaschine mit echten Quellenangaben; ideal für eine erste Orientierung.
- Elicit – findet wissenschaftliche Studien, zeigt Abstracts und strukturiert Ergebnisse.
- Consensus – liefert evidenzbasierte Antworten aus wissenschaftlichen Artikeln.
- ResearchRabbit – visualisiert Forschungsnetzwerke (Autor:innen, Themen, Zusammenhänge).
⛔️ 2) Klassische KI-Chatbots (NICHT für Recherche geeignet)
Tools wie ChatGPT, Microsoft Copilot oder DeepSeek eignen sich nicht für die eigentliche Quellensuche. Sie können Quellen erfinden („Halluzinationen“) oder Fakten vermischen und liefern keine verlässlichen Nachweise.
- ChatGPT – hilfreich zum Erklären von Texten, Strukturieren von Ideen und Formulieren von Zusammenfassungen, aber keine Quelle.
- Microsoft Copilot – unterstützt beim Ordnen und Überarbeiten von Texten, jedoch nicht beim seriösen Recherchieren.
- DeepSeek – kann neue Perspektiven oder Fragestellungen vorschlagen, ist aber kein Recherchetool im engeren Sinn.
🔍 Wie du beide Tool-Arten sinnvoll kombinierst
- Recherche-Tools (Elicit, Consensus, ResearchRabbit) → liefern dir Hinweise auf echte Quellen.
- Chatbots (z. B. ChatGPT) → helfen dir, diese Quellen besser zu verstehen (Begriffe erklären, Gliederungen vorschlagen, Texte umformulieren).
1) Suche Quellen mit Recherche-Tools (z. B. Perplexity, Elicit, Consensus, Swisscovery).
2) Nutze ChatGPT & Co., um Inhalte zu erklären, zu ordnen oder sprachlich zu überarbeiten.
3) Zitiere in deiner BM-Arbeit nur die Originalquellen – nie die KI.
Wenn du KI-Tools zur Recherche oder zum Verstehen von Texten nutzt, dokumentiere diese Nutzung in deinem Prompting Journal:
- Schreibphase: Recherche
- Tool: z. B. Perplexity, Elicit, Consensus, ChatGPT
- Ziel: z. B. „Suchbegriffe entwickeln“, „Artikel zusammenfassen“, „Begriff erklären“
- Prompt: Was hast du genau eingegeben?
- Ergebnis & Entscheidung: Was übernimmst du? Was prüfst du nach? Was verwirfst du?
Überlege kurz:
- Wie hast du bisher für Arbeiten recherchiert (z. B. nur Google, Wikipedia)?
- Hast du KI-Tools schon für Recherche oder eher fürs Schreiben genutzt?
- Was möchtest du in dieser Phase besonders lernen oder verbessern?
2. 📘 Einführung: Was ist Zotero?
Zotero ist ein kostenloses Literaturverwaltungsprogramm. Es hilft dir dabei, Quellen zu sammeln, zu ordnen und später automatisch in Word zu zitieren. Wenn du deine BM- oder Maturaarbeit strukturiert vorbereiten möchtest, kann Zotero dir viel Zeit sparen.
Worum geht es im Video?
- Grundidee und Nutzen von Zotero
- Wie Zotero dir bei der Recherche hilft
- Wie du Quellen speicherst und markierst
- Wie Zotero später automatisch Literaturverzeichnisse erstellt
Im Zotero-Abschnitt dieses Kurses findest du Installationsvideos, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Tipps zum Zitieren.
🗂️ Warum Ordnung bei der Recherche wichtig ist
Dieses kurze Video zeigt dir, warum es sich lohnt, beim Schreiben deiner BM-/Maturaarbeit strukturiert zu arbeiten. Es geht nicht nur um Zotero, sondern allgemein darum, wie du Chaos mit Quellen, PDFs und Notizen vermeiden kannst.
Worum geht es im Video?
- Warum Ordnung bei der Literaturrecherche wichtig ist
- Wie du deine Quellen früh strukturiert organisierst
- Wie du Stress und Fehler am Ende der Arbeit vermeidest
- Warum Tools wie Zotero später viel Aufwand reduzieren
Im Zotero-Abschnitt dieses Kurses findest du praktische Anleitungen zum Sammeln, Ordnen und Zitieren deiner Literatur.
3. Kapitel – Suchbegriffe: Der Schlüssel zu guter Recherche
Für eine gute Recherche reicht es nicht, einfach deinen Thema-Satz in Google einzugeben. Suchmaschinen und Datenbanken arbeiten mit Suchbegriffen (Keywords). Je besser du diese auswählst, desto besser sind die Treffer:
- du findest mehr passende Quellen,
- du übersiehst wichtige Studien weniger,
- du sparst Zeit bei der Suche.
Schau dir zuerst dieses Video der ZHAW Hochschulbibliothek an. Es zeigt dir, wie du aus deinem Thema passende Suchbegriffe ableiten kannst.
Aus dem Video kannst du dir merken:
- Formuliere dein Thema nicht nur in einem Satz, sondern als Wortfeld.
- Überlege dir Synonyme und verwandte Begriffe (z. B. „Jugendliche“ / „Teenager“).
- Nutze engere und weitere Begriffe (z. B. „soziale Medien“ → „Instagram“, „TikTok“).
- Denke an andere Sprachen (z. B. Deutsch / Englisch), wenn du in Datenbanken suchst.
- Probiere verschiedene Begriffskombinationen aus und vergleiche die Treffer.
1. Nimm deine Forschungsfrage oder dein eingegrenztes Thema aus Phase 1.
2. Schreibe in einer Tabelle oder Mindmap:
- Hauptbegriffe (z. B. „Energy Drinks“, „Schlaf“)
- Synonyme und Varianten (z. B. „Energydrinks“, „Koffein-Getränke“)
- verwandte Begriffe (z. B. „Konzentration“, „Schulleistung“)
- englische Begriffe (z. B. „energy drinks“, „sleep“, „adolescents“)
Tipp: Du kannst dieses Wortfeld später auch in Datenbanken oder in Concensus/Elicit einsetzen.
KI-Chatbots sind keine Suchmaschinen! Nutze sie nur, um deine Suchbegriffe zu definieren oder zu verfeinern Zum Beispiel:
Beispiel-Prompt:
„Ich schreibe eine BM-Arbeit zum Thema __. Nenne mir bitte deutsche und englische Suchbegriffe (Keywords) sowie 5–10 Synonyme oder verwandte Begriffe, die ich für die Recherche verwenden kann.“
Wichtig: Nutze diese Vorschläge nur, um dein Wortfeld zu erweitern. Die eigentliche Recherche machst du dann mit Recherche-Tools wie Elicit, Consensus oder in Bibliothekskatalogen – nicht mit ChatGPT.
Wenn du KI nutzt, um Suchbegriffe zu entwickeln, notiere dies in deinem Prompting Journal:
- Schreibphase: Recherche
- Tool: z. B. ChatGPT (für Keywords), Consensus/Elicit/Swisscovery (für Treffer)
- Ziel: Wortfeld und Suchbegriffe erstellen
- Prompt: Welche Frage hast du der KI gestellt?
- Ergebnis & Entscheidung: Welche Begriffe übernimmst du? Welche nicht – und warum?
4. 🔎 Wo kann man suchen?
Stell dir vor, du willst Batterien kaufen – und gehst dafür in den Blumenladen. Das ergibt keinen Sinn!
Genauso ist es bei der Recherche: Du findest gute Quellen nur dort, wo man sie überhaupt suchen kann.
Je nach Thema eignen sich unterschiedliche Suchorte: Bibliothekskataloge, wissenschaftliche Suchmaschinen oder (im nächsten Kapitel) spezielle KI-Recherche-Tools.
📚 Swisscovery – Bücher & Fachliteratur aus Schweizer Bibliotheken
swisscovery ist das zentrale Suchportal vieler Schweizer Bibliotheken. Dort findest du:
- Bücher (gedruckt oder digital)
- wissenschaftliche Artikel
- Nachschlagewerke
- Zeitungen und Magazine
Was du dort machen kannst:
- frei nach Titeln, Themen und Autor:innen suchen
- Bücher in eine Bibliothek deiner Wahl bestellen (mit kostenloser Registrierung)
- teilweise direkt auf Open-Access-PDFs zugreifen

Beispiel: Suche nach „Energy drinks jugendliche Gesundheit“ in swisscovery.
🔍 Google Scholar & Fachdatenbanken
Google Scholar ist eine kostenlose Suchmaschine speziell für wissenschaftliche Texte.
Gut geeignet für:
- wissenschaftliche Artikel und Studien
- eine erste Orientierung zu einem Thema
- teilweise direkt verfügbare PDFs (rechts mit [PDF]-Hinweis)

Beispiel: Suche nach „energy drinks adolescence health effects“ in Google Scholar.
Wichtig: Die Qualität der Treffer ist gemischt – prüfe jede Quelle genau.
Es gibt spezielle KI-Tools (z.B. Elicit oder Consensus), die mit echten wissenschaftlichen Quellen arbeiten. Diese stellst du dir im nächsten Kapitel vor:
➡️ Kapitel: KI-Tools für die Recherche
5. 🤖 KI-Tools für die Recherche
Neben klassischen Suchorten wie swisscovery oder Google Scholar kannst du auch KI-gestützte Recherche-Tools nutzen, die dir helfen, schneller passende wissenschaftliche Quellen zu finden.
Wichtig: KI-Recherche-Tools liefern Hinweise auf passende Studien, ersetzen aber niemals die Originalquelle.
❌ Was KI-Chatbots NICHT können
KI-Chatbots wie ChatGPT, DeepSeek oder Microsoft Copilot sind nicht für Recherche geeignet.
- Sie erfinden Quellen.
- Sie geben falsche Literaturangaben.
- Sie mischen Fakten und Meinungen.
Du kannst sie aber gut nutzen, um Begriffe zu erklären, englische Texte zu vereinfachen oder englische Keywords zu erzeugen.
🔹 Elicit – KI-gestützte Literatursuche
Elicit hilft dir, passende wissenschaftliche Artikel zu einer Frage zu finden. Es greift auf echte Datenbanken zu und zeigt:
- Titel der Studien
- Abstracts & Kernaussagen
- Links zu Original-PDFs (wenn verfügbar)
Beispiele für gute englische Suchanfragen:
"effects of energy drinks on teenagers" "motivation in vocational school students" "impact of social media on sleep"

Elicit: Oben gibst du deine Frage ein, darunter siehst du passende Studien und Zusammenfassungen.


🎥 Vertiefung: Literaturrecherche mit KI (Elicit)
Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie du Elicit.com gezielt für die wissenschaftliche Literaturrecherche nutzen kannst, hilft dir dieses Video der Universitätsbibliothek Leipzig.
Das Video zeigt Schritt für Schritt,
- wie Elicit funktioniert,
- wie du passende Studien findest,
- und wie du Ergebnisse sinnvoll für deine Arbeit nutzt.
How To: Literaturrecherche mit KI – Elicit.org (Universitätsbibliothek Leipzig)
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Quelle: Universitätsbibliothek Leipzig – How To: Literaturrecherche mit KI – Elicit.org (YouTube)
🔹 Consensus – Was sagt die Forschung insgesamt?
Consensus fasst zusammen, ob Studien einer Aussage eher zustimmen oder widersprechen. Ideal, wenn du wissen willst:
„Wirkt X wirklich?“
Beispiele für englische Suchanfragen:
"does blue light affect sleep?" "does physical activity improve concentration?" "does sugar intake affect mood in adolescents?"




Consensus: Oben formulierst du deine Frage, darunter siehst du, wie Studien diese Frage beantworten.
Consensus zeigt:
- Übersicht der Studienlage (pro/contra)
- Titel & Jahresangaben der Originalstudien
- Links zu veröffentlichten PDFs
- gibt eine klare Antwort auf ja/nein Fragen (durchforscht alle verknüpften Paper zu diesem Thema)
- Kurze, automatisch generierte Erklärungen der wichtigsten Ergebnisse
🎥 Vertiefung: Literaturrecherche mit KI (Consensus)
Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie du consensus.app gezielt für die wissenschaftliche Literaturrecherche nutzen kannst, hilft dir dieses Video der Universitätsbibliothek Leipzig.
YouTube video player
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Quelle: Universitätsbibliothek Leipzig – How To: Literaturrecherche mit KI – Consensus.app (YouTube)
🌍 Warum du oft mehr findest, wenn du auf Englisch suchst
Ein sehr grosser Teil der wissenschaftlichen Literatur wird auf Englisch veröffentlicht. Daher findest du:
- mehr Artikel
- aktuellere Forschung
- bessere Treffer in Elicit & Consensus
- mehr PDFs
Du musst dafür kein perfektes Englisch können – KI-Tools helfen dir.
🤖 KI-Unterstützung für englische Recherche
- englische Suchbegriffe erzeugen lassen
- englische Abstracts zusammenfassen
- Fachbegriffe erklären lassen
- ganze Abschnitte übersetzen
Beispiel-Prompt für Keywords:
"Please generate 10 English search keywords for a research question about the effects of energy drinks on adolescents."
Beispiel-Prompt für Abstract-Erklärung:
"Please explain this English abstract in simple German for a student audience:" [Abstract einfügen]